Peter Kaczmarek

Google-Spam-Update läuft: SEO-Prüfphase für Händler

Der Rollout läuft bis zu zwei Wochen. Händler sollten Traffic-Ausreißer seit dem 24. September nach Templates, Kategorien und Content-Flächen prüfen.

Google hat am 24. September 2026 ein neues Spam-Update für die Suche gestartet. Für den Onlinehandel ist das vor allem ein operativer Prüfpunkt: Händler, die seit dem Abend des 24. September ungewöhnliche Ausschläge bei organischem Traffic, Rankings oder Sichtbarkeit sehen, sollten diese nicht vorschnell Kampagnen, Sortiment oder Nachfrage zuschreiben.

Laut Google Search Status Dashboard begann das „September 2026 spam update“ am 24. September um 09:15 Uhr PDT, also 18:15 Uhr MESZ. Das Update gilt weltweit, für alle Sprachen und kann bis zu zwei Wochen ausgerollt werden. Wenn Google diesen Zeitraum ausschöpft, kann der Rollout bis zum 8. Oktober 2026 laufen.

Rollout statt sofortiger Befund

Während eines laufenden Rollouts sind einzelne Tageswerte nur eingeschränkt belastbar. Das Update betrifft Googles Ranking-Systeme, doch Google nennt keine betroffenen Branchen, Seitentypen oder Suchanfragen. Für 2026 stehen im Dashboard bereits Spam-Updates im März, Juni und August; das September-Update ist damit das vierte bestätigte Spam-Update des Jahres. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit sichtbarer Bewegungen in SEO-Daten, belegt aber nicht, dass jeder Verlust durch Spam-Signale ausgelöst wurde.

Shop-Verantwortliche sollten Veränderungen seit dem 24. September deshalb sauber abgrenzen. Sinnvoll ist ein Vergleich nach Seitentypen statt nur nach Domain-Gesamtwerten: Kategorie-Templates, Produktdetailseiten, Ratgeberbereiche, Landingpages für Marken oder Städte, internationale Sprachversionen sowie Seiten mit Affiliate-, Partner- oder nutzergenerierten Inhalten. Wenn nur ein Template oder ein Sprachbereich verliert, spricht das für eine andere Diagnose als ein gleichmäßiger Rückgang über alle organischen Google-Einstiege.

Welche Risiken Händler prüfen sollten

Google beschreibt Spam als Praktiken, die Nutzer täuschen oder Suchsysteme manipulieren sollen. Verstöße können automatisiert oder manuell erkannt werden und laut Google-Spamrichtlinien zu niedrigeren Rankings führen oder dazu, dass Seiten gar nicht in Suchergebnissen erscheinen.

Im Shop-Kontext geht es dabei nicht nur um offensichtliche Fälle wie Cloaking, versteckte Links oder Keyword-Stuffing. Relevanter sind häufig Grenzbereiche: automatisiert erzeugte Ratgeber- oder Kategorieseiten ohne eigenen Nutzwert, massenhaft lokale Landingpages mit austauschbarem Text, ungeprüfte UGC-Flächen, Partnerseiten mit optimierten Links oder Drittinhalte, die vor allem von der Domain-Autorität eines Shops profitieren sollen. Auch technische Altlasten gehören in die Prüfung, etwa Weiterleitungen, die für Nutzer anders wirken als für Crawler, oder kompromittierte Seiten, auf denen unbemerkt Spam-Inhalte eingeschleust wurden.

Das ist keine Aufforderung zum hektischen Löschen. Wer während des Rollouts ganze Bereiche umstellt, erschwert die spätere Diagnose. Besser ist ein kurzes Logbuch: Welche Deployments liefen seit dem 24. September? Welche neuen Content-Programme, Feed-Importe, Übersetzungen oder Partnerintegrationen gingen live? Welche SEO-Änderungen wurden kurz zuvor ausgerollt? Diese Übersicht hilft, Google-Schwankungen von eigenen Eingriffen zu trennen.

KI ist nicht automatisch der Auslöser

Ein spezieller Fokus des September-Updates auf Künstliche Intelligenz ist bislang nicht bestätigt. OnlineMarketing.de verweist darauf, dass Google keine Details zu betroffenen Bereichen nennt; für SEOs seien Rankings, Sichtbarkeit und organischer Traffic die zentralen Indikatoren. Der Einsatz generativer KI allein ist damit kein belegter Spam-Tatbestand.

Problematisch wird es nach Googles Richtlinien dort, wo viele Seiten in erster Linie für Rankings entstehen und Nutzern wenig oder keinen Mehrwert bieten – unabhängig davon, ob sie per KI, per Feed-Import oder redaktionell recycelt wurden. Produktbeschreibungen, Beratungstexte oder FAQ-Blöcke sollten deshalb nach Zweck und Qualität bewertet werden: Helfen sie bei Auswahl, Verfügbarkeit, Vergleich, Pflege, Größen, Kompatibilität oder Retourenvermeidung? Oder multiplizieren sie nur Suchbegriffe über tausende URLs? Die erste Variante kann ein Handelsprozess sein. Die zweite ist ein Ranking-Risiko.

Nächster Prüfpunkt ist das Rollout-Ende

Bis zum Ende des Rollouts sollten Händler tägliche Ausschläge dokumentieren, aber keine voreiligen Gesamtschlüsse ziehen. Entscheidend ist die Segmentierung: Sinken Impressionen, Klickrate oder Conversion? Treffen Verluste eher Informationsseiten am Anfang des Funnels oder transaktionale Kategorie- und Produktseiten? Davon hängt ab, ob SEO, Content, Technik, Partnersteuerung oder Sortiment reagieren müssen.

Der konkrete Arbeitsauftrag lautet daher: Traffic-Ausreißer seit dem 24. September nach Templates, Kategorien und Content-Flächen prüfen, eigene Änderungen parallel dokumentieren und die belastbare Bewertung erst nach Abschluss des Rollouts vornehmen.

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